Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit e.V.
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Projektbericht
der zwei Teilnehmer von IT Village aus Togo
Langbatibe SONGUI & Jean-Claude N. YABOURI
Internationaler Workshop über Bienenzucht und Honigproduktion
LIATI-WOTE, VOLTA REGION, GHANA, 26. August bis 10. September 2008
1. Projektbeschreibung
Es handelt sich um einen Workshop, welcher sich den Erfahrungsaustausch über die moderne Bienenzucht und genauer, über die Produktionsmethoden von Honig und den damit verbundenen Bedingungen als Einnahmequelle zum Ziel gesetzt hat.
2. Zugewiesene Ziele von IT VILLAGE an den Workshop
Die von IT VILLAGE an den Workshop zugewiesenen Ziele waren die folgenden:
- Erlangen von Kenntnissen und Praktiken zur Bienenzucht.
- Erfahrung gewinnen und lernen, für IT VILLAGE ein Projekt zur Honigproduktion zu erstellen und zu leiten.
3. Sozialer, organisatorischer und geografischer Kontext des Workshops
Der Workshop zur Verbesserung traditioneller Praktiken im Bereich der Honigproduktion als Einnahmequelle im Rahmen des Kampfes gegen Armut in Afrika, wurde von Martin MÜLLER in Zusammenarbeit mit dem Ghanaischen Verein und CRAN (Christian Rural Aid Network) und mit finanzieller Unterstützung der DAZ (Deutsch-Afrikanischen Zusammenarbeit), einem Deutschen Verein zur Entwicklungsförderung, welcher in mehreren afrikanischen Ländern, darunter Ghana interveniert, geleitet. Das Resource Training Center von CRAN in Liati-Wote diente dem Workshop dabei als Veranstaltungsort.
Geographisch betrachtet, befindet sich Liati-Wote in der feucht-klimatischen Volta Region in Ghana, in Äquatornähe und ist von dichten Wäldern umgeben.
Die ökologischen Umstände, die dort das Bienenverhalten und somit auch die Bedingungen der Honigproduktion massiv beeinflussen, unterscheiden sich stark von den Regionen mit trockenem Klima, wie etwa der Savannenregion im äußersten Norden Togos in der Sahelzone.
Diese klimatische Betrachtungsweise stellt einen der einschränkenden Faktoren, und somit während des Workshops einen wichtigen Punkt bezüglich der Herangehensweise an die Bienenzucht dar.
4. Eigene Ziele des Workshops
Sie lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:
- Die späteren Bienenzüchter dazu ermutigen, ihr Wissen im Bereich der Bienenzucht zu erweitern.
- Die Teilnehmer und besonders weibliche Teilnehmer dazu ermutigen, die Bienenzucht als Einnahmequelle zu erlernen und später zu praktizieren.
5. Die Workshop-Teilnehmer
Es handelt sich um :
- Eine Gruppe aus Deutschland, bestehend aus fünf Damen und vier Herren,
- Der Delegation die von IT VILLAGE entsandt wurde, bestehend aus zwei Herren, dem Koordinator und Hrn. SONGUI Langbatibe, einem Gründungsmitglied von IT VILLAGE,
- Zwanzig Männer und Frauen aus Liati-Wote und Umgebung unter denen sich auch der amtierende Dorfchef von Liati-Wote befand.
Die Teilnahmegebühr zum Workshop lag bei 10 (20) Ghana Cédis (8000 CFA) pro Person.
6. Leiter und Animateure des Ateliers
Es handelt sich um :
- Den Professor für Insektenkunde, Herrn AIDOO, Spezialist für nicht stachelige Insekten (Mücken) und Praktiker im Bereich der Produktion und des Geschäfts mit Honig,
- Hrn. Benedictus AMOUZOU, CRAN-Funktionär und Biologe,
- Richard, Tischler und Praktiker, « Pionier » in der Honigproduktion in Liati-Wote
7. Ablauf des Workshops
Der Workshop über die Honigproduktion als Beruf oder als gewinnbringende Handlung fand über drei Wochen vom 25. August bis zum 10. September 2008 im ländlich gelegenen CRAN-Center in der Nähe von Liati-Wote statt. Die Werkstätten und eine Schreinerei - welche eigens zu diesem Anlass erbaut wurden sind, waren zum theoretischen und praktischen Erlernen der Bienenzucht in Benutzung. Der Workshop orientierte sich an einem täglichen Programmablauf (siehe Anhang), jedoch gab es durch die vielen Regenfälle viele Unterbrechungen.
a. Theorie
Die Teilnehmer lernten zunächst die Vorteile der Bienenzucht gegenüber anderen Handwerken kennen, danach wurden sie ausführlich über die Honignutzung und mögliche Geschäftsideen informiert. Der Professor für Insektenkunde erklärte dann die Anatomie und das Verhalten der honigproduzierenden Bienen im Schwarm, auch wurden Vergleiche zu ihrem Verhalten außerhalb des Schwarmes gezogen. Bienen sind im Schwarm sehr gut organisiert und die einzelnen Individuen lassen sich in folgende drei Typen unterscheiden: Die Königin - nur eine einzige pro Bienenstock, die Drohnen in geringerer Anzahl und die Arbeiter in höher Zahl. Die Königin, die einzig für den Nachwuchs verantwortlich ist, spielt eine enorm wichtige Rolle im Bienenstock. Ihre Abwesenheit kann innerhalb des Schwarms eine Panik auslösen.
Für Erhaltung und Produktion des Honigs benötigen die Bienen Wasser (so wie Pflanzen und Blumen). Übrigens spielen die Bienen im Ökosystem durch die Bestäubung von tausenden von Pflanzen eine entscheidende Rolle. So profitieren von der Bienenzucht nicht nur die Menschen, sondern auch die gesamte Umwelt.
b. Praxis
Die Praxis bestand daraus, Bienenkästen oder Bienenstöcke zu entwerfen und zu bauen, geeignete Orte zur Installierung der Stöcke aufzusuchen, Bienenschwärme zu finden und zu fangen und Honig zu ernten und zu bearbeiten. Bei den Bienenstöcken sei besonders hervorzuheben, dass es viele verschiedene Arten gibt und jede Variation hat ihren ganz eigenen Vorteil. Ideale Standorte für einen Bienenstock sind schattige, fruchtbare Plätze in unmittelbarer Nähe eines Sees oder Flusses. Deshalb sind Wälder mit Flüssen gute Standorte zur Installation der Bienenstöcke.
c. Bewertung und Empfehlung
Jeder Teilnehmer des Workshops hat zum Ende eine schriftliche Bewertung über den Kurs abgegeben. Besonders positiv wurde der Erfahrungs- und Informationsaustausch innerhalb der Gruppe bewertet. Kritische Punkte waren die Organisation und die hohe Einschreibegebühr von 20 Ghana Cédis (8000 CFA), welche die Teilnahmezahl lokaler Bewohner effektiv reduziert hat.
8. Abschluss
Der internationale Workshop über Bienenzucht in Liati-Wote in der Volta-Region war hinsichtlich des Lernens und des Erfahrungsaustausches ein großer Erfolg. Zur Ernährung von Menschen wird der Honig auch weiterhin eine große Rolle spielen und durch seine weite Verbreitung ist er ein ideales Mittel zur Bekämpfung von Armut. Durch fortgeschrittene Zerstörung der Natur wird Honig jedoch seltener und erzielt somit auch höhere Preise. Die richtige Handhabung im Umgang mit dem teuren Bauholz wurde dort vor Ort gelernt. An stelle des extrem teuren Bauholzes der lokalen Märkte, könnte man in Betracht ziehen, Äste der Fächerpalme oder der Raffia, sowie Töpfe aus gebrannter Tonerde oder moderne Konstruktionen zu benutzen.
Aus der Perspektive heraus, die Erfahrungen geographisch zu übertragen, entpuppte sich die von Fada N'gourma geplante Lehrreise nach Burkina Faso (einer Region mit ähnlicher Kultur und einem ähnlichen Klima) als sinnvoll für die Ausarbeitung des Projektes der Bienenzucht durch IT Village.
Übersetzung: Florian Masurat
Im Frühjahr 2010 ist die Imkerei bei IT Village erfolgreich gestartet, siehe Imkerei und Waldaktie der Savanne.