Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit e.V.
Aalbruch 4, D-17489 Greifswald
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Eine Reise zu unseren Partnern in Ghana und Togo


Am 1.3. landeten wir abends pünktlich mit AIR France in Lome. Leider fehlte ein Koffer. Ehepaar Schellenberg bekamen ihn erst, als sie wieder zuhause waren. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung ging es zur Erholung an den Lomer Strand. Fischer starteten gerade mit ihrem kleinen Boot auf das große Meer.
Am 2.3. besuchten wir das Kinderhaus Frieda. Fußball steht auch hier hoch im Kurs.
Die Kinder begrüßten uns mit Trommeln ...
und Tanzen.
Schweriner Paten hatten Geschenke mitgegeben.
Zwei kleine Kinder waren traurig, dass für sie kein Geschenk dabei war. Sie fanden Trost beim Geschäftsführer, ihrem "Vater".
Schon am 3.3. ging es nach Ghana zur unserem Partner ASRuD in Ho. Dort sind zwei Freiwillige im Einsatz. Sie hatten zusammen mit dem Verein für uns ein interessantes Programm organisiert.
Am 4.3. ging es früh zu einer Bäckerei in dem Dorf Adaklu Waya. Wir wollen der Bäckerei mit einem Transportfahrrad helfen, dass sie mehr Brote backen und verkaufen können. Dadurch können weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit dem Dreirad-Fahrrad können Nachbar-Dorfmärkte erreicht werden.
Die Brote werden in einem Lehmbackofen gebacken.
In der Bäckerei gab es die erste Filmvorführung. Beluga Post hatte 2010 einen Film über den Schüler Wonder gedreht. Nun wurde er mit Interesse geschaut.
Wonder war als kleines Baby von einer Frau gefunden. Sie zog ihn auf. Zwei Jahre musste er die Schule aussetzen, weil seine Pflegemutter krank war und er für die Ernährung der kleinen Familie sorgen musste. Mit Unterstützung von DAZ hat er die Mittelschule als Jahrgangsbester abgeschlossen. In zwei Jahren will er das Abitur schaffen und dann Maschinenbau studieren.
In Ho gibt es eine technische Ausbildungsstätte. Wir waren von der Ausrüstung der Ausbildungsräume angenehm überrascht. Die ghanaische Regierung investiert im Gegensatz zur togoischen in schulische und berufliche Bildung.
In der Aula des Ho Technicums finden 1200 Studenten Platz.
Ein kleines Museum in Ho gibt Einblicke in die Geschichte und Kultur des Landes. Auf dem Bild ist der erste Präsident Ghanas Nkrumah.
Töpfe, die auch heute noch in Gebrauch sind.
Ein traditioneller Königsstuhl
Am Sonnabend (5.3.) ging es in die Berge.
Unsere Gruppe (6 DAZ-Mitglieder, 2 Freiwillige, 1 ASRuD-Mitglied und ein Reiseführer) haben den Gipfel des Gemi erklommen. Es ist kein schwieriger Weg. Wir hatten frischen Wind. Das erleichterte das Ersteigen.
Der Mount Gemi aus der Ferne.
In der Nähe des Berges ist eine Lehrerausbildung der EP Church. Sie wurde durch die Bremer Mission gegründet und hat heute einen guten Ruf. Bremer Missionare kamen vor 150 Jahren in die Region. Nach ihnen kamen die deutschen Kolonialherren. 30 Jahre waren die Voltaregion in Ghana und Togo deutsche Kolonie (1884 - 1914).
Das Motorrad ist für Freiwillige eine Voraussetzung für Mobilität. Es ist aber kein ungefährliches Transportmittel.
Unser Touristentag endete am Voltasee. Noch immer holen viele Menschen aus dem See ihr Trinkwasser. Sauberes Trinkwasser ist in Westafrika noch immer nicht selbstverständlich.
Schwere Wasserschüsseln werden oft weit getragen.
Am 6.3. ist der Unabhängigkeitstag in Ghana. Im Stadium von Ho gab es eine Feier. Schüler wurden ausgezeichnet, Soldaten standen stramm.
Manche Zuschauer hatten sich in den Nationalfarben geschmückt.
Auch ein Imker kam in das Stadium und stellte seine Produkte vor. Wir verließen am Sonntag Ghana und fuhren wieder nach Togo.
Am 7.3. wurde die Grundschule in Bitoka-Cope bei Notse eingeweiht. Sie ist mit Spenden des Rotaryclubs Delmenhorst-Geest und Mitteln des BMZ finanziert worden. Die Dorfgemeinschaft hat am Bau mitgewirkt. Über 200 Kinder besuchen seit September die Schule, die erste in dieser Region.
Mit vielen Reden, Tanz ...
... und Schülerdarbietungen wurde ausgiebig gefeiert.
Das ganze Dorf war versammelt.
Für jede Klasse gab es einen Fußball.
Danach gab es unter dem Palaverbaum ein gutes Essen.
Und immer wieder wurde getanzt.
Auf dem Landweg zum Dorf macht ein Schild auf die Schule aufmerksam. Aber übersehen kann man das größte Gebäude des Ortes nicht.
Ein Schild an der Schule weist auf die Spender.
Ein guter Bau ist gelungen.
Am nächsten Tag ging es in den Norden, von Notse nach Dapaong rund 500 km. Die internationale Straße vom Hafen in Lome nach Burkina Faso wird von Jahr zu Jahr schlechter. Auf der Rückfahrt wurde wir Zeuge von mehreren schweren Unfällen. Viele Autos sind alt und völlig überladen.
Auf der langen Fahrt tut eine Ananaserfrischung gut. Ananas aus Notse ist ein besonderer Genuß.
Am 9.3. begann unser Programm bei IT Village. Die Baustelle des Ausbildungszentrums lag gleich neben unserem Hotel. So war sie unser erster Programmpunkt. Mit der Lehmpresse werden täglich 600 Steine produziert.
Bei der Grundsteinlegung war der deutsche Botschafter anwesend. Dazu waren Fahnenmaste aufgestellt worden. Wenn jetzt gearbeitet wird, werden die Fahnen von Togo und Deutschland gesetzt.
Der Bau erfolgt unter Regie des Architekten Francis Kere. Er ist an der TU in Berlin tätig und stammt aus Burkina Faso.
Herr Kere hat einen Haustyp für die Savanne entwickelt. Viele Monate ist es sehr heiß. Seine Häuser "atmen" und lassen die Luft zirkulieren. so ist in den Räumen eine angenehme Temperatur.
Durch den unverputzten Lehmstein sehen seine Häuser sehr schön aus. Sie geben den Häusern die Farbe der Savanne. Die Steine mit einem geringen Zementanteil sind sehr stabil.
Bei den Werkhallen für Tischler, Maurer und Schlosser fehlt nur noch das Dach.
Die Bauleitung an der Platte, die an die Grundsteinlegung erinnert. Zur Bauleitung gehören der Präsident von IT Village, der Bauleiter aus Burkina Faso, ein Baukontrolleur und ein Buchhalter von IT Village.
Und ein Gruppenbild mit uns auf der Baustelle.
Nach dem Besuch der Baustelle ging es zur Geschäftsstelle von IT Village. Auf dem Bild sind die Mitarbeiter, die dort arbeiten, zusammen mit Präsident Dable. Zu den Mitarbeitern gehört ein Geschäftsführer, ein Buchhalter, zwei Praktikantinnen, die als Buchhalterin bzw. Sekretärin arbeiten, und ein Computerlehrer. Dazu kommen zwei Freiwillige, die bis August bei IT Village tätig sind.
Neben der Baustelle des Ausbildungszentrums ist die Imkerei das beherrschende Projekt von IT Village. Auf dem Bild ist ein wild lebendes Bienenvolk am Baobab.
Dieses Bienenvolk hat erst vor kurzem gebaut. Die weiße Farbe weist auf ein junges Volk.
Alte Völker haben schwarze Waben.
Traditionell werden den Bienen ausgehöhlte Baumstämme als Wohnung angeboten.
Tontöpfe sind ein weiteres Angebot für die Bienenvölker.
IT Village hat inzwischen 100 Magazinkästen (Langstroth-Beuten) in 16 Dörfern aufgestellt.
Bis März 2011 hatten sich 81 Imkervereine mit rund 2000 Imkern gebildet. Sie organisieren den Aufkauf der Waben und künftig die Schulung für eine moderne Imkerei. In dieser Rundhütte ist eine der Wabensammelstellen.
Beim Aufkauf der Waben erfolgt die erste Schulung.
Treffpunkte zum Aufkauf sind auch Kirchen.
Die Waben werden auf Qualität überprüft.
Jeder Wabenkauf wird in einem Buch notiert.
Wabenmotte haben bei der tropischen Wärme ideale Lebensbedingungen. Der Wachs muss darum schnell verarbeitet werden. Sie richten sonst großen Schaden an.
ein Eselkarren
In der Schule in Nagre II übergaben wir zur Freude vieler Schüler Zeichnungen, die Schüler in Rövershagen/MV gemalt haben.
Auch die Schüler in Kourdjoak bekamen Schülerzeichnungen aus Deutschland. Wir wollen so das Interesse der Schüler füreinander wecken.
Am 12. 3. unternahmen wir auch in der Savanne einen Tourismustag. Dabei ging es zur Felsensiedlung bei Nano. Inzwischen ist dorthin eine fest Straße gebaut.
Ein Blick in das weite Tal von der Felsensiedlung.
Die Rundhütten der Familien stehen weit auseinander.
Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz auf einem Gebirgsmassiv. Früh morgens weckten uns die Bienen, die den Nektar von den Blüten eines Nere holten. Früh morgens und in der Dämmerungs am Abend sind die Bienen unterwegs.
vom Campingplatz könnten wir das Treiben der Menschen im Tal beobachten.
Im Tal stehen fast nur noch Bäume, die als Feuerholz nicht geeignet sind wie Baobab, Mango oder Palmen.
In einem abgelegenen Dorf besuchten wir einen Bauern, der Nutzbäume angepflanzt hat und damit gutes Geld verdient. Auf dem Bild ein Kaschuapfel.
Auch Bananen wuchsen in seinem Garten.
In einem anderen Dorf war vor drei Jahren unter Anleitung eines Biologielehrers eine Aufforstung gestartet.
Auf 2 ha wuchsen Bäume heran. Aufforstung ist ein nächstes Projekt von IT Village.
Durch Brandrodungen wird viel Natur zerstört.
Baobabs erregen immer wieder unsere Aufmerksamkeit. Vielen Bienenvölkern bieten sie ideale Bedingungen.
Am 14.3. ging es wieder zurück von Dapaong nach Lome. Wegen mehrerer Unfälle dauerte die Fahrt besonders lange, über 11 Stunden. Auf dem Bild ist unser Gastgeber in Lome, DAZ-Mitglied Dr. Jürgen Onken.