Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit e.V.
Aalbruch 4, D-17489 Greifswald
e-Mail: info(at)daz-eu.de, www.daz-eu.de





Am Sonnabend, den 27.09. flog das Ehepaar Kuessner nach Deutschland zurück, während ich - Rainer Gruszczynski - bis zum 13.10. in Togo blieb. Für DAZ wollte ich mich noch um die Buchhaltung des Vereins ADB / Bitoka-Village kümmern, insbesondere aber um die Abrechnung des von DAZ/ BMZ geförderten Schulbaus in Bitoka-Village.
Das Projekt AGERTO in Kpalimé (27.09 – 04.10.09)
Zunächst aber ging es vom 27.09.. bis zum 04.10. nach Kpalimé zur Association Germano Togolaise (AGERTO), einem Projekt, das außerhalb des Schirms von DAZ angesiedelt ist, aber 2008 meine besondere Aufmerksamkeit gefunden hat, weil auch dort etwas Beeindruckendes „zum Anfassen“ entstanden ist, was den am Projekt teilnehmenden Menschen und der ganzen Region sichtbar nützt. Denn: Wie im ersten Teil des Reiseberichtes bereits beschrieben, werden dort mehr als 100 Jugendliche in verschiedenen Berufen von 16 Lehrern ausgebildet.
Die Jugendlichen kommen alle aus schwierigen persönlichen oder sozialen Verhältnissen: Obdachlosigkeit, Gewalt in der Familie, Aids, sexueller Missbrauch, Tod der Eltern, Ausbeutung sind die Themen, die sie hinter sich lassen wollen. Darunter sind auch junge ledige, sogar verwitwete Mütter mit ihren Kindern. Die jungen Menschen kommen aus dem ganzen Land, weil sich herumgesprochen hat, dass sie in Kpalimé, ca 120 km von der Hauptstadt Lomé entfernt, eine kostenlose Ausbildung erhalten können. Außerdem ist vorgesehen, dass die Lehrlinge täglich eine warme Mahlzeit bekommen (wofür das Geld aber nicht immer reicht) und für die Mehrzahl der Mädchen werden - leere, unmöblierte - Zimmer angemietet, die sie sich mit jeweils drei anderen teilen müssen.
Der Verein finanziert sich fast ausschließlich über Spenden aus Deutschland, vor allem von einer Kirchengemeinde aus Esslingen-Wäldenbronn. Außerdem lässt Messan A., der togoische Präsident und Gründer von AGERTO, eine Minirente in das Projekt einfließen, die noch auf seinem Aufenthalt in Deutschland beruht. Der Staat Togo hat für das Zentrum kostenlos lediglich das Grundstück zur Verfügung gestellt. Eine weitere finanzielle Unterstützung kommt von ihm nicht und ist auch nicht zu erwarten. Obwohl die hervorragende Bedeutung AGERTOs nicht nur für die Jugendlichen und MitarbeiterInnen, sondern auch für die Region und das Land von höchsten Stellen anerkannt wird. Staat und Stadt sind schlicht finanziell überfordert. Sicher auch durch eigenes Versagen.
Buchführung und Schattenwirtschaft
Wenn man Ausbildung und Produktion dort erlebt und die Bedeutung für die Region und das Land berücksichtigt, ist AGERTO sicher ein Erfolgsprojekt. Allerdings ist die wirtschaftliche Grundlage so dürftig, dass immer wieder Mitarbeiter kein Gehalt bekommen oder das Projekt gar vom Untergang bedroht ist. Man lebt von der Hand in den Mund. Schuld daran ist u.a. auch ein m.E. stark verbesserungsbedürftiges Management und, darin eingeschlossen, das Fehlen einer Buchführung, die diesen Namen verdient. Dieser Mangel an Transparenz hält mit Sicherheit weitere Spender fern (dazu auch mein Beitrag: Kinder und Buchführung).
Aus diesem Grunde war es mein Anliegen, AGERTO zu einer wahren, klaren und aussagefähigen Buchführung zu verhelfen. Mir war schnell klar, dass die Sekretärin nicht in einer Woche ausreichend zu trainieren war, da die Defizite – auch im Problembewusstsein des Vorstandes – zu groß waren. Ich habe daher einen Buchhalter gesucht, der die AGERTO-Verwaltung gegen Bezahlung in Buchführung ausbildet und supervidiert. Dies ist mir mit Hilfe des Direktors des Collège Protestant von Kpalimé gelungen.
In der Zeit, als ich AGERTO besuchte, habe ich in dem Haus von Messan A. gewohnt, in einem Bergdorf, 17 km von Kpalimé entfernt. Auch durch diese Nähe zu Messan bekam ich hautnah mit, was Korruption und Schattenwirtschaft bedeuten. Denn wenn wir morgens auf dem Weg ins Zentrum mit viel Holz auf dem Autodach einen Militärposten passierten, wollte dieser Geld haben – erst aus formalen Gründen, dann „für Bier abends“. Das Recht nahm er sich heraus, weil man für das Holz, das ja ein Handelsgut aus Ghana sein könnte, eigentlich einen Passierschein brauchte. Der war zwar schon seit langem beantragt, kam aber bei Messan nicht an. Wahrscheinlich, weil der Antrag nicht genug mit Geld unterfüttert war. Wenn man sich in Kpalimé beschweren wollte, war das nicht möglich, denn Monsieur war nicht zu sprechen oder er hielt Mittagschlaf – Umschreibungen dafür, dass der Mann betrunken war. Auch hier hätte Geld vielleicht helfen können.
Wenn man dem Soldaten für sein Bier abends nun Geld gab, hatte das zur Folge, dass 2 km weiter ein Freund oder Bruder stand, der ebenfalls Geld haben wollte. Denn übers Handy hatte der ja erfahren, dass das klappt.
Über alle diese Bestechungsgelder gibt es natürlich keine Quittungen, die man verbuchen könnte. Dennoch ist das Geld weg, ausgegeben. Komplizierter wird es noch dadurch, dass die Waldarbeiter, die das Holz, das auf dem Autodach transportiert wurde, angeliefert hatten, ebenfalls von Quittungen nicht viel hielten. Sicher (oder auch nur vielleicht): Man hätte das Holz in der Stadt gegen Rechnung kaufen können – aber zum doppelten Preis. Und das wiederum stößt bei einem chronisch unterfinanzierten Zentrum wie AGERTO schnell an Grenzen. Und außerdem: Warum sollen ausgerechnet die Ärmsten die Schattenwirtschaft dann meiden, wenn sie ihnen Vorteile verschafft, wie z.B. beim Holzerwerb? Wo doch die Amtsträger und die Eliten bis hinauf zu den höchsten Repräsentanten des Staates das Volk ausplündern !
Dennoch bleibt zu fragen: Wie soll man in solchen Verhältnissen noch eine überzeugende Buchhaltung präsentieren können? Für solche Fälle habe ich immer wieder für die Erstellung von Eigenbelegen plädiert, die allerdings plausibel sein müssen. Plausibel können sie z.B. dadurch werden, dass der materielle Eingang festgehalten und die Verwendung schriftlich nachgewiesen wird. Das ist mühselig. Also: 1 Kubikmeter Holz wird angeschafft, daraus sollen 3 Betten und 2 Schränke, werden, die dann auch im Bestand erscheinen müssen. Für Plausibilität kann aber auch die Prüfung einer Abrechnung oder eines Kostenvoranschlages durch die Deutsche Botschaft sorgen.
Jedoch: Um eine solche Buchhaltung zu ermöglichen, bedarf es eines Profis. Den habe ich für AGERTO ja gewinnen können. Allerdings ist dieser in starkem Maße abhängig von der mentalen und praktischen Unterstützung durch die Mitarbeiter und besonders den Vorstand. Mal sehen, was sich entwickelt.
Personalversammlung bei AGERTO
Ich habe oben schon erwähnt, dass Mitarbeiter von AGERTO häufig nicht bezahlt werden für ihre Arbeit. Da fällt das Gehalt für einen Monat aus oder Ausbilder bekommen grundsätzlich kein Gehalt, sondern lediglich eine Mahlzeit am Tag (aber auch nicht immer) und die Gelegenheit, auf dem Grundstück zu schlafen. Es befindet sich eben kein Geld in der Kasse. Aus diesem Grunde haben die Mitarbeiter mich gebeten, eine Personalversammlung durchzuführen und zu leiten. Nach Rücksprache mit Messan habe ich das gemacht. Dabei musste ich zuerst der Erwartung entgegentreten, dass ich mit dem Füllhorn in der Hand für höhere und regelmäßige Gehaltszahlungen sorge. Ich hatte die Verbesserung der Gehaltssituation zwar im Blick, konnte so etwas aber nicht versprechen. Mir könne es nur, so der Tenor meiner Worte, um strukturelle Verbesserungen bei AGERTO gehen, die auch eine befriedigendere Einkommenssituation für das Personal zur Folge hätte. Z.B. durch die Steigerung der Attraktivität von AGERTO für Sponsoren infolge der erwähnten Erhöhung der Transparenz von Management und Buchführung, durch neue Arbeitsfelder, in denen aber auch ausgebildet werden kann, durch Kosteneinsparungen, z.B. bei Transport von Hilfsgütern, Überweisungen und Mieten.
Während der Personalversammlung habe ich die Misere der Mitarbeiter hautnah erlebt. Von ihnen, den Ärmsten, wird erwartet, dass sie Zukunftsprojekte durch Gehaltsverzicht finanzieren; ja, sie sollen sogar „würdigen“ und „anerkennen“, dass Messan privates Geld ins Zentrum steckt, damit es wachsen und überleben kann. Damit sind sie natürlich überfordert, denn ihnen geht es verständlicherweise zunächst einmal nur darum, dass sie und ihre Familie satt werden, dass ihre Kinder zur Schule gehen können und dass sie nicht ständig um ihre Anstellung fürchten müssen.
Denn das ist ein weiteres Problem, mit dem ich auf meinen Reisen in Afrika immer wieder konfrontiert wurde: Die Chefs erwarten von ihren Mitarbeitern, dass sie sich – trotz einer Bezahlung, die weit unter dem Mindestlohn liegt - nicht nur engagiert in das Projekt / in die Firma einbringen, sondern auch „mitdenken“. Aber eine falsche Entscheidung des Mitarbeiters kann bedeuten, dass er von heute auf morgen seinen Job verliert - ich habe das mehrfach erlebt! – und deswegen sagt er lieber gar nichts und riskiert, als dumm oder wenig initiativ betrachtet zu werden. Hier wird deutlich, dass ein fehlender Kündigungsschutz den MitarbeiterInnen nicht nur mehr Sicherheit bringt und demokratische Teilhabe ermöglicht, sondern den Erfolg des Unternehmens/Projektes durch eine verbesserte Kommunikationskultur auch steigern kann.
Nicht zuletzt die Personalversammlung hat dazu geführt, dass ich dem Hauptsponsor, der mich in Deutschland nach meiner Rückkehr aus Togo um einen Bericht gebeten hatte, empfohlen habe, bei der Hilfe für AGERTO nicht nur die auszubildenden Jugendlichen im Blick zu haben, sondern auch die Mitarbeiter des Zentrums. Dies ist nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit des Projektes nötig, sondern wir schulden es ihrer Würde und ihrem Anspruch auf Gerechtigkeit.
******
DAZ-Projekt „Schulneubau in Bitoka-Village“ (04.10. - 13.10.09)
Am 04.10. hat mich Monsieur Bitoka mit zwei Mitarbeitern seines Vereins ADB in Kpalimé abgeholt, um mir Bitoka-Village zu präsentieren. Das Dorf trägt seinen Namen, weil sein Vater es 1940 gegründet hatte. Es liegt im „Busch“, also jenseits von Elektrizität und fließendem Wasser, in der Nähe von Notsé. Und dort soll mit Hilfe von DAZ und BMZ eine Grundschule mit 3 Klassen entstehen.
Ich wurde vom ganzen Dorf mit Trommeln, Gesang und Tanz und einer eindrucksvollen Begrüßungszeremonie empfangen. Dabei trank ich das erste Mal das einheimische Hirsebier und Palmschnaps, der auch den Ahnen dargebracht wurde. Es herrschte eine freundliche Willkommensatmosphäre. In den Reden wurde ich, der Repräsentant von DAZ, immer wieder als „Retter“ angesprochen, der hier nun den Fortschritt zum Segen der Region bringt. Ich habe das – auch in späteren Reden dort – immer wieder zurückgewiesen und deutlich gemacht – auch indem ich z.B. entsprechende metaphorische Geschichten erzählt habe – dass nur sie es sind, die Frauen und Männer des Dorfes , die sich hier retten können. Z.B. indem sie beim Bau und seiner Vorbereitung mit anpacken, damit es „ihre“ Schule wird - ein Werk, auf das sie mit recht stolz sein können. Dieser Stolz werde ihnen das Selbstbewusstsein geben, auch andere Aufgaben zu meistern. „Ihre“ Schule bedeute auch , dass sie ihre Kinder und vor allem die Mädchen zur Schule und in die Ausbildung schicken, weil die es sind, die mit ihrem zusätzlichen Wissen und Können zum Wohlstand des Dorfes und zum materiellen Schutz der Alten und Bedürftigen beitragen. Bei solchen Worten erntete ich nicht nur Zustimmung bei den Frauen, sondern auch bei der „Führungsriege“ des Dorfes.
Am nächsten Tag besuchten wir die derzeitige „Schule“ – zwei provisorische Dächer, unter denen zwei Klassen unterrichtet wurden, mit mehr als hundert SchülerInnen in der ersten Klasse. Immerhin meldeten Eltern „heute“ - in meiner Gegenwart - Kinder und vor allem Mädchen zum Schulbesuch an. Ich beglückwünschte die Eltern und die Kinder und schenkte ihnen Schulmaterial zur Einschulung.
Dann gingen wir das Grundstück für das vorgesehene Schulgebäude ab. Zurzeit ist es noch Buschgelände. Später soll dort auch ein Sportplatz entstehen. Zu diesem Zweck muss erst einmal viel getan werden, um den Boden für den Schulbau vorzubereiten.
Zum Abschluss dieses Besuches erhielten die Dorfälteste, die Lehrer und einige ausgesuchte SchülerInnen Geschenke von mir. Als ich die Dorfälteste mit Parfum beschenkte, applaudierten die anderen DorfbewohnerInnen freudig. Natürlich wurden anlässlich unserer Verabschiedung wieder Reden gehalten, die wieder mit Hirsebier und Palmschnaps – auch zu Ehren der Ahnen – begossen wurde. Aufgefallen ist mir dabei, dass selbst kleine ca zweijährige Kinder mit Alkohol „versorgt“ wurden – in kleinen Mengen zwar, aber doch so, dass es in ihrem Verhalten Spuren hinterließ. Und schwangere Frauen tranken ebenfalls Bier und Schnaps.
Danach fahren wir nach Lomé zurück. Fünf Tage später aber, am 10.10. bin ich schon wieder in Bitoka-Village, und zwar zu einer Totenmesse. Sie wird von zwei katholischen Geistlichen durchgeführt. Mit den Gesängen, den Trommeln, auch der Predigt war die Messe für mich zwar von würdevollem Ernst getragen, dennoch schien sie mir, vor allem durch den Gesang und den heiteren Ernst in den Gesichtern der Trauergäste, eher eine Feier des Lebens zu sein. Diese Stimmung setzte sich bei dem anschließenden Trauermahl fort, das über das ganze Dorf verteilt, stattfand. Diese Lebenszugewandtheit habe ich dann auch in Lomé in einem katholischen Sonntagsgottesdienst erlebt. Also auch in einer Weltkirche, in der die rituellen Abläufe im Gottesdienst in allen Ländern sich gleichen, verändern die Gläubigen durch ihre Art zu singen und zu musizieren, durch ihre besondere Mentalität die Stimmung desselben.
*****
Als ich in Lomé war, ging es vor allem wieder um Buchführung. Auch um die Klärung weiterer Fragen zu der von Kinderhaus Frieda und IT-Village. (Ich will das an dieser Stelle nicht weiter ausführen, sondern verweise auf meinen Beitrag Kinder und Buchführung im Jahresbericht.)
Mehr noch aber ging es in Lomé um die Abrechnungsmodalitäten für das o.e. Schulprojekt in Bitoka-Village und um die Buchführung von ADB, dem togoischen Trägervereins des Projektes.
Schwierig war es z.B. schon, ein Vereinskonto für ADB sowie ein Abrechnungskonto für das Bauprojekt einzurichten. Denn zur Kontoeröffnung bei der Bank benötigt man die Unterschrift des Vorsitzenden und des Schatzmeisters. Dessen Personalausweis war abgelaufen und schon vor vier Wochen war die Verlängerung in Notsé beantragt worden. Die Beamten in Notsé rührten sich aber nicht. Ersatzweise haben wir deshalb von der Polizei eine Bestätigung darüber geholt, dass der Ausweis beantragt worden ist. Diese hat dann die Bank akzeptiert. Man fragt sich währenddessen natürlich, warum dieser Umweg nötig ist und der Ausweis nicht doch gleich verlängert werden kann. Zusätzlich gab es noch zwei weitere Probleme. Die Satzung musste noch legalisiert werden durch eine Unterschriftsbeglaubigung. Das haben wir dann in zwei Anläufen auf dem Bürgermeisteramt erreicht. Und die Eintragung von ADB im Vereinsregister, die schon lange vorlag, musste ebenfalls noch bestätigt werden, und zwar vom Ministerium. Auch dazu bedurfte es zweier Anläufe. Um diese Verwaltungsakte erfolgreich durchführen zu können, war es nicht genug, dass Bitoka und ich, zwei weitere Vereinsmitglieder, die nach mehreren Stunden Fahrt zu uns stießen, sowie mehrere Beamte involviert waren. Es musste auch noch ein Führer durch den Behördendschungel engagiert werden, der für seine Bemühungen dann natürlich Geld bekam, aber auch dafür, dass er Beamte zu dem bewegen konnte, wozu sie gesetzmäßig verpflichtet waren.
Immerhin: Am Tag meines Rückflugs konnte ich kurz vor Schließung der Bank vermelden, dass ein Konto für den Verein sowie ein Unterkonto für den Schulbau eröffnet waren.
Die Tage vorher war aber noch mit dem Buchhalter Gérard, den Bitoka für die ADB-Buchhaltung sowie für die Abrechnung des Schulbaus vorgesehen hatte, zu klären, wie die Buchhaltung zu strukturieren ist. Dazu mussten von mir vorbereitete Excel-Dateien erläutert und neue eingerichtet werden. Das war insofern schwierig, als der Buchhalter sehr defensiv, also sparsam mit Informationen war. Ein Probelauf verstieß – vermutlich – gegen seine Ehre. Schließlich hatte er ja früher schon als Buchhalter gearbeitet. Am Ende hatten wir auch hier – mit tatkräftiger Unterstützung von Bitoka - einen Abschluss gefunden, der mich neugierig machte und macht, wie der Buchhalter die gefundene Struktur in den nächsten Monaten praktisch ausfüllen wird.
Wie in Kpalimé wohnte ich auch in Lomé in einem Privathaushalt, und zwar bei Bitoka. Ich bekam auf diese Weise zusätzliche Einblicke in das Leben verschiedener Familien. Auch weil ich durch Bitoka weiteren Familien in ihrem Zuhause, in Stadt und Land, begegnete. Außerdem begleitete ich Bitoka häufig ins Büro – er ist Personalmanager einer Versicherung – und dort lernte ich Menschen an ihren Arbeitsplätzen kennen. Ich erfuhr etwas über die patriarchalische Struktur der togoischen Gesellschaft, über ihre Religiosität, über ihre Erwartungen und Hoffnungen, über ihre Weisheit.
Ich fühlte mich durch Bitoka immer unterstützt bei der Realisierung meines Auftrages und auch geschützt vor den Unbilden des togoischen Alltags.
Auch Bitoka – wie zuvor schon Ètienne und Messan - hat dazu beigetragen, dass mein Togo-Aufenthalt 2009 zu einem unvergesslichen, mich prägenden Erlebnis wurde. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich dafür bei ihnen bedanken. Und natürlich bei Hinrich Kuessner, der den ersten Teil meiner Reise so vorzüglich vorbereitet und für einen angenehmen Ablauf gesorgt hat. Ich hoffe, dass wir alle zusammen auch in Zukunft für die Menschen in Togo und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen arbeiten können.